#03.10 Enterprise Rent-A-Car in der Überseestadt angegriffen



#03.10 MELT ICE


Am 28. August 2026 haben wir Enterprise Rent-A-Car in der Überseestadt mit Glasbruch und kaputten Reifen angegriffen. Wir sehen dies als Teil unserer Kampagne gegen die Einheitsfeierlichkeiten rund um den 3. Oktober in Bremen.  

Warum haben wir Enterprise Rent-A-Car angegriffen?

Mit der zweiten Amtszeit von Donald Trump als Präsident der USA wurde massiv Geld in die US-Amerikanische Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) gesteckt. Ihr öffentliches Auftreten radikalisierte sich. Nunmehr werden Menschen von der Straße, aus ihren Wohnung und ihren Arbeitsplätzen entführt, vermummte Cops in unmarkierten Autos gehen auf Menschenjagden und Menschen werden von der staatlichen Behörde auf der Straße erschossen oder hinter geschlossenen Türen ermordet.

Enterprise Rent-A-Car, eine US-Amerikanische Autovermietungsfirma, profitiert von diesem Vorgehen. Enterprise stellt ICE Mietwagen zur Verfügung. Gewöhnliche Autos, die sonst von Firmen oder Privatleuten gemietet werden, werden von ICE genutzt, um Menschen in Abschiebehaft zu bringen. Damit stellt Enterprise einen wichtigen Teil der Infrastruktur der Abschiebung in den USA bereit - und profitiert davon.

Nach den Morden durch ICE an Renée Good und Alex Pretti war auch hier die Berichterstattung voll von kritischen Worten und bürgerlicher Entrüstung. Davon ist nur noch wenig zu hören – doch die Razzien von ICE, die Abschiebungen, die Morde und die Gewalt gehen weiter. Deshalb ist es wichtig, den Druck auf Firmen aufrechtzuerhalten, die mit menschlichen Leid verdienen. Es muss klar sein, dass Geschäfte mit den Häschern autoritärer Regime Konsequenzen haben! Wir rufen alle dazu auf, es uns gleich zu tun: ICE out Enterprise!

Warum das mit dem 3. Oktober in Bremen zu tun hat?

Aber wir müssen nicht nur in die USA schauen um zu sehen, wie menschenfeindlich „Einwanderungspolitik“ ist. Täglich werden Menschen brutal daran gehindert nach Europa zu kommen und billigend in Kauf genommen, dass sie im Mittelmeer ums Leben kommen. Auch deutsche Regierungen machen Deals mit Despoten, bauen Abschiebezentren und etablieren eine Rhetorik die flüchtende Menschen immer weiter entmenschlicht.

Seit der Wiedervereinigung glaubt Deutschland einen Platz an der Spitze der Staatengemeinschaft verdient zu haben. Seitdem wird der Kapitalismus mit all seinen Begleiterscheinungen (Armut, Rassismus, Menschenfeindlichkeit) propagiert, das neue, angeblich geläuterte, Deutschland will nun auch sein Stück vom Kuchen – egal mit welchen Mitteln. Deutschland eine ähnlich rigorose und brutale Abschiebepraxis wie die USA. Menschen, die nicht in das Verwertungsraster des Kapitalismus passen, werden mit allen Mitteln abgewiesen. Dies spitzt sich seit Jahren immer weiter zu.

Wenn in diesem Jahr in Bremen der 3. Oktober, die Wiedervereinigung, mit einem großen Bürgerfest gefeiert werden soll, dann feiern wir nicht mit! Es gibt nichts zu feiern an Rassismus, Ausgrenzung und Abschiebung.

Zu feiern gibt es, wenn die Profiteure des Menschenhasses bezahlen müssen!

Erinnerung, Solidarität und Widerstand

Wir schlagen vor den 3. Oktober zu einem Tag des Widerstandes zu machen. Statt nationalistischem Freudentaumel sollten wir uns auf das Einzige besinnen was uns Sicherheit geben kann: Solidarität und gegenseitige Hilfe von Unten. In diesem Sinne gedenken wir an die Menschen, die seit dem Amtsantritt Trumps durch ICE umgebracht wurden und wünschen all diejenigen Kraft, die tagtäglich trotzdem auf die Straße gehen um ihre Mitmenschen zu schützen.

In Erinnerung an:

Ophelia Bauckholt

Ruben Ray Martinez

Elena Catarina Morales-Chan

Ryan Louis Mosqueda

Jaime Alanís García

Roberto Carlos Montoya Valdés

Silverio Villegas González

Yahir David Martinez

Axel Everado Iquic-Sequen

Manuel Mateo Lopez

Randal Alberto Gamboa-Esquivel

Isaias Sanchez Barboza

Keith Porter Jr.Walter Francisco Cerrato Cabrera

Renée Good

Alex Pretti

Linda Davis

Daphy Michel

James Douglas McMillan

Jonah Neal

Walter Turner II

Lorenzo Salgado Araujo

unbekannt, getötet während einer ICE Operation St. Augustine, Florida

Johan Guerrero in Biddeford  

(die Auflistung enthält nicht diejenigen die in Haft gestorben sind)