31. Juli 2026
»Der Kampf der queeren Community ist immer auch antifaschistisch«
Theorie & Analyze
➣ Feminismus und LGBTQIA
Zwei Texte zu CSD, Faschismus, Männlichkeit & Widerstand von 2025. Erinnern heißt Kämpfen!
Jascha von Queer Pride Dresden und Candy vom CSD Oberhavel im Interview mit Nina Rink für der rechte rand.
drr: Was bedeutet es, in Ostdeutschland queer und politisch aktiv zu sein?
Candy: Es bedeutet – wie überall –, dass man sich für das einsetzt, was einem wichtig ist: die Rechte queerer Menschen zu erhalten und zu verbessern. Ich hatte bisher immer das Glück, wegen meines Schwulseins nicht angegriffen worden zu sein. Natürlich weiß ich aber, dass es vielen anderen, insbesondere im ländlichen Raum, ganz anders ergeht.
Jascha: Wir verstehen uns als Teil einer größeren Bewegung, die Queerness jenseits von Identitätskategorien begreift – als Perspektive auf die Welt, als Denken, Leben und Lieben quer zu heteronormativen Vorstellungen. Mit diesem Verständnis versuchen wir, hier in Ostdeutschland Politik zu machen und stoßen dabei natürlich auf Herausforderungen. Doch wir ziehen auch eine ganze Menge Pleasure aus unserer Arbeit. Wir haben in den letzten Jahren eine große queere Community aufgebaut. Es gibt viele Menschen, die sich vom Regenbogenkapitalismus nicht angesprochen fühlen, die wissen, es geht um mehr als die Homoehe.
2024 gab es so viele CSD-Veranstaltungen wie noch nie – aber auch so viele Angriffe wie nie zuvor. Wie seht ihr angesichts dessen der diesjährigen Saison entgegen?
C.: Mit einer Mischung aus Sorge und Vorfreude. Die Angriffe auf CSD-Veranstaltungen nehmen immer mehr zu, insbesondere im ländlichen Raum, wo sie oft sehr lautstark – vor allem übers Internet – stattfinden. Besonders die Ereignisse rund um den CSD in Bautzen 2024 bereiten mir Sorgen. Auch bei uns in Oberhavel wurde viel Gegenprotest angekündigt, zum Glück blieb dieser dann klein. Positiv ist, dass gerade die kleinen und abgelegenen Städte auf die Straße gehen. Für mich sind diese CSDs oft deutlich politischer, was ich sehr wichtig und richtig finde.
Die Angriffe auf Pride-Veranstaltungen zeigen, dass Queerfeindlichkeit zum Kern extrem rechter Ideologie gehört. Warum ist das Thema besonders für junge gewaltbereite Neonazis so zentral?
C.: Die Ablehnung queerer Menschen dient doch schon immer als Feindbild, um das eigene Weltbild von »Volk«, »Nation«, »Gemeinschaft« und »Familie« zu inszenieren. Ohne diese Feindbilder würde das ideologische Gerüst des Neonazismus ins Wanken geraten.
J.: Das sehe ich auch so, darüber hinaus hat es auch etwas mit patriarchaler Männlichkeit zu tun: Stärke beweisen in der männlichen Peergroup. Wir erleben, dass rechte Ideologie mancherorts wieder zur dominierenden Subkultur geworden ist – wobei nicht alle dieser jungen Menschen ideologisch komplett gefestigt sind. Ein gewisser Eventcharakter spielt hier auch eine Rolle. Es ist kein Zufall, dass die rechten Gegendemos häufig wie Fußball-Fanmärsche aufgezogen sind. Allerdings kommt diese Queerfeindlichkeit nicht aus dem Nichts. Sie wurzelt in tiefer verbreiteten gesellschaftlichen Ressentiments. Mich hat das bereits vor Jahren schockiert, Umfragen zu sehen, in denen rund die Hälfte der Menschen in Sachsen Vorbehalte gegen Homosexuelle als Nachbar*innen äußern.
C.: Hier sei erwähnt, dass die jungen Menschen nicht nur aus dem sogenannten bildungsfernen oder einkommensschwachen Milieu kommen. Von »armen bis reichen« Kids ist da alles dabei. Es sind auch Kids, die sich kaum Sorgen machen müssen.
Welche Mobilisierungen gegen CSDs beobachtet ihr von extrem rechten Akteur*innen, wer sind die treibenden Kräfte bei euch vor Ort? Und da ihr Queerfeindlichkeit als verbindendes Element extrem rechter Milieus genannt habt – welche Allianzen bilden sich heraus?
J.: Wie 2024 hatten wir in Sachsen den ersten Störversuch von »Elblandrevolte« (JN Dresden) mit Unterstützung durch junge Gruppen wie »Urbs Turrium« aus Bautzen und »Deutsche Jugend Voran« (DJV). Auch für die kommenden Anlässe erwarten wir vergleichbare Allianzen. Oft bilden langjährig etablierte JN-Strukturen ein lokales Rückgrat. Organisatorische Unterstützung erfolgt durch Kader von »Die Heimat« oder »Freie Sachsen«.
Dazu kommt dann eine Mobilisierung von jungen, auf Social Media vernetzten aktionsorientierten rechten Jugendgruppen. Abseits vom Straßenprotest gibt es rechte Mehrheiten von AfD und CDU in Kreisräten, die zusammen zivilgesellschaftliches Engagement diffamieren und Demokratiebildung wegkürzen.
Candy: Im vergangenen Jahr waren es bei uns vor allem die DJV und bereits beim ersten CSD in Oberhavel 2023 »Der III. Weg«, die Stimmung gemacht haben. Letzterer hat die gesamte Demoroute mit Flyern versehen, um gezielt gegen unsere Veranstaltung zu hetzen. Auch die AfD betreibt gezielt Stimmungsmache gegen den CSD. Sie fordert ein Ende der öffentlichen Förderung und plant dieses Jahr am gleichen Tag eine Gegenkundgebung auf dem Marktplatz in Eberswalde unter dem Motto »Keine Frühsexualisierung von Kindern und gegen Indoktrination«. Damit bedienen sie die altbekannten, typischen Narrative – einfach nur widerlich, mehr fällt mir dazu nicht ein!
Ihr habt mit vielen anderen Gruppen aus Ostdeutschland die Erklärung »Wir sind das bunte Hinterland« initiiert – wie kam es dazu und welche Ziele verbinden euch?
C.: 2024 gab es eine große Mobilisierung von Pride Soli Ride vor allem aus Berlin – diese haben auch Anfang des Jahres eingeladen, um dafür zu sorgen, dass die kleinen CSDs besser vernetzt werden. Das ist ein Zugewinn für alle und dabei kam die Idee einer gemeinsamen Erklärung, um ein deutliches Statement zu setzen, denn viele kleine CSDs werden kaum oder gar nicht medial wahrgenommen.
J.: Für mich sind zwei Punkte zentral. Erstens, dass es überall queere Menschen gibt, mit eigenen Wünschen, Zielen, Träumen. Und dass diese Stimmen mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Zweitens, dass wir angesichts der Widerstände nicht aufgeben. Wir halten zusammen. Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir wollen uns nicht verstecken, und wir lassen uns nicht vertreiben!
Welche thematischen Schwerpunkte und politischen Forderungen setzt ihr bei den Prides und darüber hinaus, wo seht ihr akuten Handlungsbedarf?
J.: Unser Motto lautet »queer and antifascist – unsere Brücken halten!«. Denn in diesen Zeiten ist queere und antifaschistische Vernetzung wichtiger denn je. Über die Mauern sozialer Ausgrenzung und die Gräben von spaltendem Hass wollen wir Brücken aus Zärtlichkeit und Zusammenhalt bauen. Wir arbeiten dafür an einer Community, die die menschliche Vielfalt einschließt und verteidigt. Dafür empowern wir uns gegenseitig, teilen Wissen und lernen voneinander – gerade auch von den queeren Kämpfen in Osteuropa.
C.: Ich kann mich Jascha nur anschließen: Es geht darum zu zeigen, dass sich die queere Community nicht spalten lassen darf und wir mit all unseren Allies eine starke Gemeinschaft bilden. Für mich persönlich ist der Kampf der queeren Community immer auch ein antifaschistischer Kampf! Der CSD ist mehr als nur ein Fest und Glitzerschminke. Ich bin dafür, alles miteinander zu verbinden: den klaren, kämpferischen Standpunkt des CSDs ebenso wie den Spaß, die Freiheit und das Feiern. An einer Forderung für den CSD Oberhavel arbeiten wir nicht, aber wir sind uns einig, dass es eine sozialpolitische Forderung sein muss. Das Motto von Jascha ist genial, vielleicht klaue ich das einfach.
Die Prides feiern das queere Leben und gleichzeitig müssen sich die Teilnehmenden darauf einstellen, Zielscheibe von Angriffen zu werden. Wie schafft ihr es, über wirksamen Selbstschutz zu diskutieren und euch davon nicht zu sehr einschüchtern zu lassen?
J.: Wir lernen auch von Erfahrungen der Community aus anderen Ländern. Zum Beispiel von Polen, wo es mit dem Homokomando seit 2020 eine Bewegung für queere Selbstverteidigung gibt. Dieses Jahr haben wir die Pride-Saison mit unseren »Queer Action Weeks« eröffnet. Dort gab es Empowerment-Workshops, Selbstbehauptungskurse, Aktionstrainings und Raum für Austausch, Vernetzung und Bildung.
C.: Es ist das Verbindende, das vor Einschüchterung bewahrt. Unser Netzwerk ist ein bedeutungsvoller Faktor, somit schaffen wir Verbindung in der Unterschiedlichkeit und sehen, dass wir alle andere Hürden haben, aber eben auch von denselben Leuten angegriffen werden.
In Dresden wurde zuletzt ein Anti-CSD-Aufmarsch zum Reinfall für die Neonazis – wie ist euch das gelungen?
J.: Wir haben innerhalb weniger Tage zu einer »Gegen-Gegendemo« aufgerufen. Gleich zu Beginn ihrer Aufmarschroute haben wir die JN dann mit lautstarkem buntem Widerstand empfangen. Auch ihren weiteren Weg mussten sie unter stetigem Protest absolvieren, unsere Demo lief ihnen die ganze Zeit in kurzem Abstand hinterher. So konnten sie weder für die eigenen Leute ein Gefühl von Stärke vermitteln noch queere Menschen in der Stadt einschüchtern.
Wie stellt ihr euch zukünftig die »antifaschistisch-queere Zusammenarbeit« vor? Wie können euch Menschen, die sich solidarisch zeigen wollen, unterstützen?
J.: Auf der praktischen Ebene werden wir zusammen mit antifaschistischen Gruppen Anreisen planen. Auf der politischen Ebene sagen wir: Linke, queere Politik und Antifaschismus müssen in den aktuellen gesellschaftlichen Umständen zusammengedacht und tatsächlich zusammengebracht werden.
C.: Ich finde, wir machen das in Ostdeutschland wirklich schon gut – wir sind vernetzt und tauschen uns aus und ich hoffe, das bleibt so. Ich bin begeistert, wie wir uns derzeit verbinden und austauschen.
J.: Und falls direkte Unterstützung vor Ort nicht machbar ist: Tretet für unsere Sichtbarkeit ein – in Medien, Politik und Öffentlichkeit. Schafft Aufmerksamkeit für die Stimmen queerer Menschen aus dem ländlichen Raum. Lasst uns gemeinsam für ein lebendiges queeres und vielfältiges Ostdeutschland eintreten!
Vielen Dank für das Gespräch!
Der Geist von Stonewall lebt – unser Kampf geht weiter
Erinnerung ist Widerstand
„Liebe Berliner*innen und liebe Teilnehmende des CSDs
wir stehen heute hier, um den Geist von Stonewall lebendig zu halten – nicht als bloßes Gedenken, sondern weil wir immer noch die Dringlichkeit erkennen, uns als LGBTI+ gegen dieses unterdrückerische System kollektiv zu wehren!
Vor 56 Jahren erhoben sich Schwarze trans Frauen, Latinas und obdachlose jugendliche LGBTI+ in New York vor dem Stonewall Inn gegen die Schikanen der Polizei und versuchten, die Ketten staatlicher Unterdrückung zu sprengen. Dieser Aufstand war kein buntes Fest, sondern eine Explosion des Zorns gegen ein System, das uns ausgrenzt, angreift und ermordet!
Aus der Krise geboren – unsere Kämpfe damals und heute
Ein Jahrzehnt später brach die AIDS-Pandemie aus. Freunde und Angehörige besuchten eine Trauerfeier nach der anderen um ihre Liebsten zu begraben. Und warum? Weil sich das Gesundheitssystem einen Dreck um sie geschert hat und als kranke Homosexuelle abstempelte.
Damals schon war kein Verlass auf einen Staat, der in erster Linie dafür verantwortlich war, dass LGBTI+ an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Schlussendlich sind unsere Geschwister durch staatliche Mitschuld gestorben, durch Stigmatisierung, Hass, Unterversorgung und Verdrängung aus der Gesellschaft. LGBTI+ Personen nahmen schließlich die Probleme selbst in die Hand: Lesben organisierten Blutspenden, Kollektive für Versorgung wurden gegründet und es fanden kämpferische Proteste gegen das fahrlässige Sterbenlassen von AIDS-Erkrankten statt. Die vielen Tausend und Abertausend Geschwister die wir in diesen Jahren verloren haben, leben heute weiter in unserem Kampf für ein gerechtes Leben, für Selbstbestimmung und Freiheit. Der Weg, auf dem wir jetzt gehen, wurde durch ihre Errungenschaften geebnet.
Faschistische Gewalt: Die Bedrohung ist real
Wir blicken nun zurück auf mehrere Jahrzehnte, in denen das Leben für LGBTI+ in Deutschland und Europa aufgrund dieser politischen und gesellschaftlichen Kämpfe ein wenig besser, ein wenig erträglicher geworden ist. Wir blicken auf ein Minimum von gesellschaftlicher Akzeptanz, in Form von der Ehe für Alle und einem Selbstbestimmungsgesetz. Dieser gesellschaftliche Zustand ist heute so bedroht wie lange nicht mehr.
Seit letztem Jahr wird gegen unsere CSDs bundesweit von Faschisten mobilisiert, Umzüge müssen aufgrund dieser Bedrohungslage abgesagt werden und Faschisten greifen unsere Veranstaltungen direkt an, wie zuletzt in Bad Freienwalde, wo Faschos mit Schlagstöcken durch das queere Straßenfest rannten. Bei diesem Angriff reagierte nicht die Polizei, sondern wie so oft Antifaschist*innen und mutige LGBTI+ Personen, die dazwischen gingen und Schlimmeres verhinderten.
Ein Blick auf die internationale Lage zeigt uns ein ähnliches Bild: Die tätlichen Angriffe auf uns LGBTI+ nehmen zu. Gleichzeitig wird unsere körperliche und politische Selbstbestimmung seitens des Staates immer mehr eingeschränkt.
Erst vor ein paar Monaten wurde das lang erforderte Selbstbestimmungsgesetz verabschiedet, doch die neue rechtskonservative Regierung unter Friedrich Merz zeigt uns, wie es genauso schnell wieder reevaluiert oder abgeschafft werden kann.
In den USA wird trans Menschen ihre Existenz abgesprochen und jegliche Finanzierung für LGBTI+ Versorgung abgeschnitten um das Geld dann für rassistische, abgegrenzte Konzentrationsgefängnisse auszugeben.
Darunter leiden nicht nur die Menschen in den USA, sondern auch Länder der Subsahara, die auf Förderprogramme der USA wie PEPFAR zur AIDS-Prävention angewiesen sind.
In Ungarn wurde die Pride unter der faschistischen Regierung verboten, doch 200.000 LGBTI+ nahmen sich daraufhin erst Recht die Straße. Nehmen wir uns ein Beispiel an ihrem Mut!
Der aufsteigende Faschismus in Deutschland ist eine Realität, genauso wie in vielen anderen Ländern. Kürzungen von sozialen Projekten und Gesundheitsversorgung, steigende patriarchale und heterosexistische Gewalt und eine fortschreitende Verrohung der Gesellschaft, die Einschränkung unserer Selbstbestimmung und der staatliche Rassismus, der neue Ausmaße annimmt – all diese Entwicklungen gehen Hand in Hand.
Migrant*innen und LGBTI+ sind die beiden zentralen Feindbilder dieses neuen Faschismus, ob in Europa oder den USA. Wir sind diejenigen, die die Auswirkungen dieser rechten Politik als erstes zu spüren bekommen, ganz unten in ihrer verdammten Nahrungskette.
Zur gleichen Zeit rüstet Deutschland auf und zahlreiche Staaten bereiten sich auf einen Krieg in Europa vor, der an anderen Orten der Welt längst tobt. Und währenddessen versucht man uns hier noch weiszumachen, dass wir in Europa befreit leben könnten.
Aber wir wissen:
Wenn die Bundeswehr sich mit Regenbögen schmückt um uns den Krieg schmackhaft zu machen, ist das keine Befreiung.
Wenn queere Projekte gekürzt werden, um mehr Geld für die Aufrüstung ausgeben zu können, ist das keine Befreiung.
Wenn in unseren Kiezen neue Arbeitsplätze in Munitionsfabriken geschaffen werden, ist das keine Befreiung.
Und wenn die Polizei regelmäßig unsere migrantischen Geschwister von der Straße prügelt, dann passiert das nicht in unserem Namen als LGBTI+.
Während die faschistischen Angriffe auf CSDs weiter zunehmen werden die bürgerlichen Parteien und Großkonzerne auf unseren Demos weniger werden. Aber es reicht nicht, sich erst gegen eine kapitalistische Vereinnahmung des CSDs und nun die Feigheit jener zu erheben, die sich mit Regenbogenfahnen geschmückt haben. Die jetzigen Geschehen erfordern von uns direktes Handeln.
Heute, liebe Berliner*innen, liebe Genoss*innen und Geschwister, heute ist die Zeit, wo wir als LGBTI+ Personen wieder zu einer gesellschaftlichen Kraft werden müssen. Das bedeutet, wir müssen wieder anfangen, uns unter politischen Forderungen zu vereinen, und bereit sein, unsere erkämpften Rechte und unsere Selbstbestimmung zu verteidigen, genauso wie wir uns auf der Straße gegen einen homophoben Angriff verteidigen würden.
Wir müssen uns verbünden, als LGBTI+ in kämpferischen Organisationen vereinen und unseren CSD wütend und entschlossen begehen um ihn verteidigen zu können.
Wir haben einen Feind, den wir uns nicht ausgesucht haben, aber der nie weg war – das ist der Faschismus.
In diesen Zeiten dürfen wir uns nicht mehr spalten lassen. Wir müssen Bündnisse schmieden und gemeinsam solidarisch auf die Straße gehen mit Migrant*innen und Geflüchteten Menschen, die unter dem staatlichen Rassismus leiden und tagtäglich Abschiebung fürchten. Mit allen Frauen, die wie wir unter dem verdammten Patriarchat leiden und die wie wir um die Selbstbestimmung über ihre Körper kämpfen müssen.
Arme, Arbeiter*innen, Abgehängte dieser Gesellschaft, die täglich buckeln oder keinen Job finden, und in allererster Linie Jugendliche, denn unsere Zukunft steht auf dem Spiel – der absolute Großteil dieser Gesellschaft profitiert nicht vom Faschismus sondern wird darunter leiden, auf die eine oder andere Art. Es ist die Aufgabe von uns allen, gegen diese Verhältnisse aufzustehen und uns zu wehren.
Der Kampf um ein befreites Leben, um ein Leben in Gesundheit, Frieden und Freiheit und ohne Hass und Ausgrenzung ist ein Kampf, den wir Hand in Hand mit allen Unterdrückten führen müssen. Es ist der Kampf für eine gerechte Welt, für eine befreite Gesellschaft, ohne Klassenunterdrückung und ohne Patriarchat. So eine Welt ist möglich, wenn wir den Weg dahin zusammen bestreiten.“