01. März 2026
Rheinmetall hat den Auftrag für die Bewaffnung der Spähfahrzeuge Luchs 2 der Bundeswehr erhalten
Der Bremer Standort spielt beim Bau des Turms eine wesentliche Rolle. Der Auftragswert liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
General Dynamics European Land Systems (GDELS), der Hauptauftragnehmer des ab 2029 zulaufenden Spähfahrzeugs der nächsten Generation mit dem Namen Luchs 2 der Bundeswehr, hat Rheinmetall mit der Lieferung des Turmes, der Hauptbewaffnung und zugehöriger Simulatoren beauftragt. Und dabei spielt der Bremer Rheinmetall-Standort eine wesentliche Rolle: Der größte Anteil des Luchs-2-Auftragspaketes wird nach Angaben des Düsseldorfer Rüstungskonzerns durch die Rheinmetall Electronics GmbH in Bremen erfüllt. Mit dem Spähfahrzeug Luchs 2 will die Bundeswehr einen Teil der derzeit von den Heeresaufklärungstruppen genutzten Spähwagen Fennek durch einen “durchsetzungsfähigen Radspähpanzer ablösen, der höchste Mobilität mit modernster Aufklärungs- und Kommunikationstechnik in einem System vereint”, schreibt das Fachportal Hartpunkt über den Generationswechsel.
Luchs-2-Auftragspaket
Der Gesamtauftragswert liegt laut Rheinmetall im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. “Wir sind dankbar für das Vertrauen seitens GDELS und der Bundeswehr in unsere Produkte und Fähigkeiten”, so Timo Haas, Leiter der Division Digital Systems. “Das Luchs-2-Auftragspaket ist ein bedeutender Erfolg für den Standort Bremen sowie unsere Kolleginnen und Kollegen in Rom. Zugleich ist es ein starkes Signal für die europäische Rüstungskooperation.”
Bis zum Jahr 2031 sollen zunächst 274 Türme mit der Bezeichnung CT-025 geliefert werden. Das sei der erste Großauftrag für dieses neu entwickelte modulare, unbemannte Turmsystem. Der neu entwickelte Rheinmetall-Turm bildet nach Angaben des Herstellers eine technologische Basis-Plattform für unterschiedliche Einsatzprofile und vereint “hohe Einsatzfähigkeit mit maximaler Anpassung an die operativen und logistischen Erfordernisse”. Modernste Sensorik und digitale Vernetzung würden dem Turm seine besondere Stärke verleihen: “Ein stabilisiertes Sichtsystem ermöglicht die präzise Bekämpfung von Boden- und Luftzielen – einschließlich Drohnen”, heißt es in der Beschreibung. Die Hauptbewaffnung des Turms ist die 25-mm-Maschinenkanone Oerlikon KBA 25, sie kommt von Rheinmetall Italia vom Standort in Rom. Laut Rheinmetall können damit Ziele über eine Distanz bis 2.500 Metern bekämpft werden.
Simulatoren kommen auch aus Bremen
Für eine einsatzorientierte Ausbildung der Aufklärer soll demnächst eine Simulationstechnologie zum Einsatz kommen, die ebenfalls von Rheinmetall Electronics in Bremen stammen soll. Demnach hat GDELS die Entwicklung und Lieferung von sechs Ausbildungsgeräten Gefechtssimulation für den fahrzeuggebundenen Spähtrupp (AGFS) beauftragt. Das Referenzsystem soll Mitte 2028 ausgeliefert werden. Das AGFS bildet laut Rheinmetall als hochrealistischer Simulator das Gefechtsfeld ab. “Durch die präzise Nachbildung wesentlicher Elemente wie Fahrzeuglogik, Sensorik und Ballistik wird eine besonders realitätsnahe Ausbildung ermöglicht”, heißt es.
Der Standort von Rheinmetall in Bremen gehört nach Angaben des Rüstungskonzerns zu den größten des Unternehmens und befindet sich auf Wachstumskurs. Insgesamt arbeiten demnach 2300 Mitarbeiter in den vier Bremer Unternehmen – der Rheinmetall Electronics GmbH, Rheinmetall Technical Publications GmbH, der Benntec Systemtechnik GmbH und der Rheinmetall Aviation Services GmbH. Das Portfolio der Rheinmetall Electronics GmbH beinhaltet nach eigenen Angaben unter anderem Führungs- und Aufklärungslösungen, Soldatensysteme, künstliche Intelligenz, Cyber-Sicherheit und Feuerleitungssysteme.