04. Januar 2026
Gegen die Kameraüberwachung am Ziegenmarkt!
Die Cops wollen den Ziegenmarkt permanent Videoüberwachen
Um Was geht’s?
Das Bremer Innenressort hat zum 06.11 die Kameraüberwachung am Ziegenmarkt beschlossen. Geplant sind drei Kameras, welche Vor dem Steintor, Ecke Ritterstraße, an der Einmündung zur Helenenstraße und auf Höhe der Wielandstraße angebracht werden sollen. Das Wundermittel der 24-Stunden Kameraüberwachung soll her, da die Polizei trotz Dauereinsatz vor Ort die hohe Kriminalität am Ziegenmarkt nicht „in den Griff“ bekomme. Laut Kriminalstatistik zeichneten Diebstahl, Drogenhandel und Gewalt den Platz. Vor allem Eigentumsdelikte machten dabei einen Großteil der Fälle aus. Deshalb sollen die Kameras einerseits Täter*innen abschrecken, andererseits Aufklärung ermöglichen.
Sicherheit durch Repression?
Es ist der letzte Strohhalm, an den sich das Innenressort klammert, um das eigene politische Totalversagen zu verschleiern. Denn im Rewe am Ziegenmarkt wird regelmäßig zugegriffen, ohne dass das milliardenschwere Unternehmen dabei abkassiert. Auf dem Platz davor wechseln Betäubungsmittel die Besitzer*innen ohne behördliche Erlaubnis für den Apothekenbetrieb. Trotz mobiler Wache, „Doppelstreifen“ von Ordnungsamt und Bullen, verdeckten Ermittler*innen und bis zu 10.000 Einsätzen im Monat. Doch anstatt sich damit auseinanderzusetzen, aus welchen Gründen Menschen außerhalb des gesetzlichen Rahmens um’s Überleben kämpfen, eskaliert das Innenressort einmal mehr mit Strafandrohung. Dabei ist klar: Mehr Polizei wird die Probleme im Stadtteil nicht lösen. Diese Strategie scheitert schon seit 50 Jahren!
Vielmehr verstärkt die Videoüberwachung die bereits vorhandene gewaltvolle Repression und zementiert den Kreislauf von Strafe und Kriminalität. Wer arm ist, hat häufig nicht die Mittel Bedürfnisse legal zu befriedigen. Strafe und Strafandrohung bekämpfen die Ursachen nicht!
Die einzige „Sicherheit“, die die Bullen und das Innenressort mit ihren Maßnahmen verteidigen, ist die des Gewaltmonopols und der Herrschaft des Eigentums! Die Videoüberwachung am Ziegenmarkt ist nichts anderes als die Kriminalisierung von Armut, Suchterkrankung und sozialer Benachteilligung!
Mehr mehr mehr!
Statt also das Geld in funktionierende Prävention zu stecken (und sich dabei abzuschaffen), verschleudert das Innenressort mehrere hunderttausend Euro, um dem polizeilichen Verfolgungswahn gerecht zu werden. Das ist nicht nur Schwachsinn, sondern gefährlich für uns alle. Denn in der Logik automatisierter Videoüberwachung ist jede*r eine potenzielle Täter*in und somit Ziel der Überwachung! Während die Cops betonen, die Kameras würden bei Demonstrationen ausgeschaltet und Aufnahmen nur kurzfristig gespeichert, wird in Bayern, Hessen und NRW bereits “Palantir”, das techno-faschistische Flakgeschütz der US-Amerikanischen Verfolgungsbehörden eingesetzt. Auch der Entwurf des neuen niedersächsischen Polizeigesetzes lässt keine Fragen offen, wohin die Reise geht: Mehr Bodycams, Drohnen, Verhaltenserkennung und biometrische Analyse von Menschen im öffentlichen Raum, KI-Datenanalyse, heimlicher Einsatz von KFZ-Kennzeichen-Scannern… die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Der Ziegenmarkt und das Viertel als Ganzes ist potenzielles Ziel flächendeckender Überwachung. Die geplanten Kameras am Ziegenmarkt sind ein Eingriff in unsere Leben und unsere Freiheit! Und ein weiteres Einfallstor für den aufziehenden technologischen Faschismus! Das Netz zieht sich zu und Bremen zieht fleißig mit, um alle einzusacken, die sich der staatlichen Herrschaft entziehen.
Machen wir es ihnen schwer!
Stoppen wir diese Kameras!