27. Januar 2026 / update: 28. Januar 2026
Über Bremer Flughafen kommen Tausende Soldaten in den Norden
Von Januar bis März finden zwei Übungen statt erst Steadfast Dart, dann Quadriga.
Steadfast Dart 2026
Steadfast Dart 2026 ist der zweite Einsatz der Allied Reaction Force (ARF) insgesamt, aber der erste im Zuständigkeitsbereich des Joint Force Command Brunssum, das die Übung leitet. Die Übung demonstriert die operativen und strategischen Fähigkeiten der NATO-Streitkräfte und anderer teilnehmender Einheiten unter Einbeziehung von Land-, Luft-, Weltraum-, Cyber-, See- und Spezialeinheiten.
„Im vergangenen Jahr umfasste Steadfast Dart den ersten Einsatz der neuen Allied Reaction Force der NATO und demonstrierte damit die Fähigkeit des Allied Command Operations, innerhalb kürzester Zeit auf eine akute Bedrohung für unser Bündnis zu reagieren“, sagte General Alexus G. Grynkewich von der US-Luftwaffe, Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa. „Die diesjährige Übung baut auf diesem Erfolg auf und wird erneut die Reaktionsfähigkeit und Stärke der NATO unter Beweis stellen. Es handelt sich dabei um eine der wohl sichtbarsten Übungen der NATO in diesem Jahr, an der Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft beteiligt sind, die in allen Bereichen operieren werden.“
Das Joint Force Command Brunssum hat die Übung in enger Abstimmung mit dem Obersten Hauptquartier der Alliierten Streitkräfte in Europa (Supreme Headquarters Allied Powers Europe, SHAPE) in den letzten zwei Jahren geplant.
„Steadfast Dart 2026, die größte Übung der NATO im Jahr 2026, zeigt, dass das Bündnis unter der Führung des Joint Force Command Brunssum schnell handeln, geeint auftreten und entschlossen reagieren kann – genau dann, wenn es darauf ankommt“, sagte der Kommandeur des JFC Brunssum, General Ingo Gerhartz. „Mit der Übung Steadfast Dart zeigen wir, dass die NATO-Reaktionsstreitkräfte über alle Fähigkeiten verfügen, die erforderlich sind, um auf jede Bedrohung zu reagieren.“
An der Übung nehmen etwa 10.000 Soldaten aus 11 Nationen teil, darunter ARF-Einheiten aus Bulgarien, Tschechien, Deutschland, Griechenland, Italien, Litauen, Spanien und der Türkei sowie aus Belgien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, die nationale Übungsaktivitäten mit Steadfast Dart verknüpfen.
Während der Übung finden über den Bremer Flughafen die Truppenbewegungen statt. Mehr noch: Bremens Flughafen spielte zentrale Rolle.
Die Übung besteht aus zwei Hauptphasen, einer Einsatzphase und einer Trainingsphase. Die Einsatzphase begann Anfang dieses Monats (Januar 2026), die Trainingsphase beginnt nächsten Monat. Beide Phasen finden im Rahmen eines simulierten Konfliktszenarios mit einem nahezu gleichwertigen Gegner statt und werden zeigen, dass die ARF und andere teilnehmende Streitkräfte komplexe Operationen an mehreren Orten in Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland, durchführen und aufrechterhalten können. Dort geht die NATO-Übung direkt in die Quadriga über, eine deutsche Einsatzübung.
Quadriga 2026

2026 ist Quadriga nicht mehr als reine Übung, sondern als einsatznahe Operation anlegt. Das bedeutet, dass so nah wie möglich am Ernstfall geübt wird – ohne lange Vorlaufzeiten und fiktive Parameter. So leistet Quadriga 2026 einen sichtbaren und glaubhaften Beitrag zur Abschreckung potenzieller Aggressoren. Quadriga 2026 zeigt auch: Deutschland hat sich nach Russlands Überfall auf die Ukraine sicherheitspolitisch neu ausgerichtet und seine Verteidigungsfähigkeit gestärkt. Die Führung von Quadriga 2026 übernimmt das Operative Führungskommando der Bundeswehr. Es koordiniert alle multinationalen, teilstreitkraftübergreifenden Übungen.
2026 findet Quadriga im Kernübungszeitraum Februar bis März in Deutschland statt. Im Fokus steht die kurzfristige Verlegung unmittelbar kampfbereiter Einsatzkräfte auf allen Transportwegen in einem Szenario der Bündnisverteidigung. So übt das Heer bei Grand Quadriga im Februar 2026 die schnelle Verlegung seiner Mittleren Kräfte – realitäts- und einsatznah, mit sofortiger Erprobung der Einsatzbereitschaft als Kampfverband. Beteiligt sind Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 413 aus Torgelow und des Aufklärungsbataillons 7 aus Ahlen. Mittlere Kräfte sind mit gepanzerten Radfahrzeugen wie dem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ausgestattet. Das macht sie hoch beweglich: Sie können schnell beispielsweise an die Ostflanke der NATONorth Atlantic Treaty Organization verlegt werden. Dennoch sind sie so stark bewaffnet, dass sie auch gegen starken Feind bestehen können.
Ebenfalls im Februar übt die Marine bei Northern Quadriga den Schutz vor Bedrohungen auf See durch Überwachung und Aufklärung.
Ein besonderer Schwerpunkt von Quadriga 2026 ist die Übung Medic Quadriga des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr im März 2026. Bei ihr testet der Sanitätsdienst mit Blick auf die Landes- und Bündnisverteidigung die schnelle Verlegefähigkeit, die Rettungskette und die anschließende Versorgung Verwundeter in Deutschland durch zivile Partner. Gemeinsam mit der Luftwaffe wird dabei die strategische Verlegung Erkrankter und Verwundeter von Litauen nach Deutschland geübt – mit medizinischer Versorgung direkt an Bord des Flugzeugs. Rund 200 der insgesamt über 1.000 teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten werden als Verletztendarsteller dabei sein und mit simulierten Verwundungen wie aus einem Kampfeinsatz präpariert.
Auch der Fähigkeitsverbund der Spezialkräfte der Bundeswehr ist in Quadriga 2026 eingebunden und wird bei Silver Dagger urbane und maritime Spezialoperationen in einem Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung üben.