Presse: Bis zu 1.200 Schüler protestieren in Bremen gegen Wehrdienst



Damit nehmen deutlich mehr Menschen an der Demonstration teil als zuvor erwartet. Der Protestzug führt von der Neustadt in Richtung Viertel. Bundesweit gibt es Demos.


kopiert von butenunbinnen

Angemeldet hatten die Organisatoren in Bremen lediglich 200 Demo-Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Demonstration war am Mittag am Leibnitzplatz gestartet und soll um 14 Uhr an der Sielwallkreuzung im Viertel enden. Zu den bundesweiten sogenannten “Schulstreiks gegen Wehrpflicht” hatten Jugend- und Schülerorganisationen aufgerufen – unter anderem auch in Oldenburg und Wilhelmshaven.

Der Deutsche Lehrerverband warnte vorab vor Konsequenzen, sollten die Schüler unerlaubt dem Unterricht fernbleiben. Eine Demonstrationsteilnahme während der Unterrichtszeit erfordere “die vorherige Abmeldung bei der Schulleitung” sowie die “Bereitschaft, pädagogische oder disziplinarische Konsequenzen zu akzeptieren.” Die Verantwortung liege bei den Eltern beziehungsweise den volljährigen Schülern.

Bundestag stimmt für neues Gesetz für Wehrdienst

Anlass für die Demonstrationen ist das geplante neue Wehrdienstgesetz, das der Bundestag am Freitag verabschiedet hat. Es soll zum 1. Januar 2026 in Kraft treten. Junge Menschen ab dem Geburtsjahr 2008 sollen dann einen Fragebogen bekommen, in dem ihre Bereitschaft für einen Dienst in der Bundeswehr abgefragt wird. Männer müssen ihn ausfüllen, Frauen können das. Außerdem ist eine verpflichtende Musterung aller jungen Männer geplant.

Die Entscheidung für den Wehrdienst soll freiwillig bleiben; das Verteidigungsministerium behält sich aber vor, eine Bedarfswehrpflicht einzuführen, sollte es nicht genug Freiwillige für den Dienst bei der Bundeswehr geben. Die Organisatoren des heutigen Protests kritisierten vorab, der Druck auf Jugendliche werde massiv erhöht.